Viel Sonne und reichlich Regen sorgten dafür, dass sich die Vegetation auf der Rückseite des Museumsbunkers Hannover kräftig und prächtig entwickelte. Bei unseren regelmäßig durchgeführten Sichtkontrollen stellten wir bereits im Vormonat fest, dass der Betriebsweg, der am Filteranbau entlang führt, nicht mehr begehbar war.
Dieser Betriebsweg wird jedoch von unserem Energieversorgungsunternehmen (EVU) genutzt, um Kontroll- und Wartungsarbeiten an der Mittelspannungsschaltstation, die sich am Bunker befindet, durchzuführen. Um unserem EVU weiterhin einen problemlosen Zugang zur MS-Schaltstation zu ermöglichen, haben wir uns im Juni mit dem Rückschnitt des Wildwuchses beschäftigt.
Aufgrund der beeindruckenden Größe der Brennnesseln und der anderen Wildkräuter wurde der Rückschnitt mit unserer akkubetriebenen Motorsense durchgeführt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Betriebsweg und weitere Grünflächen sind vorerst wieder begehbar.



Nach dem Rückschnitt



Auch nach über 10 Jahren Projektarbeit im Museumsbunker Hannover entdecken wir immer wieder Überraschungen….
Ebenfalls im Juni inspizierten wir den Bereich hinter den beiden Notwasser-Vorratsbehältern in der sogenannten „Brunnenstube“ des Bunkers. Die beiden Behälter verfügen jeweils über ein Fassungsvermögen von 9 m³ und sind so angeordnet, dass zwischen ihrer Rückseite und der Außenwand des Bauwerks lediglich ein etwa 40 cm breiter Zwischenraum verbleibt. Bei der Begehung dieses ansonsten nur schwer zugänglichen Bereichs fiel uns hinter einem der beiden Behälter ein an der Wand montierter Schaltkasten auf, dem wir keine Funktion zuordnen konnten.
Wir recherchierten in unserem Vereinsarchiv und wurden schließlich fündig. In der Fotodokumentation des ehemaligen Luftschutzbunkers in der Haltenhoffstraße entdeckten wir einen baugleichen Schaltkasten. Dort konnte dieser eindeutig als sogenannter Hausanschlusskasten (HAK) identifiziert werden, über den die elektrische Energieversorgung des Bauwerks erfolgte. Der Bunker in der Haltenhoffstraße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch großflächige Öffnungen in den Umfassungswänden entfestigt. Zahlreiche technische Einbauten, darunter auch der Hausanschlusskasten, blieben jedoch erhalten und sind bis heute im Bauwerk vorhanden.
Vor diesem Hintergrund liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem im Museumsbunker Hannover entdeckten Schaltkasten ebenfalls um den originalen Hausanschlusskasten des ehemaligen Luftschutzbunkers handelt. Dieser dürfte ursprünglich der Einspeisung der elektrischen Energie gedient haben. Im Zuge der Instandsetzung und Umrüstung des Bauwerks zur Zivilschutzanlage im Rahmen des Vorabprogramms der 1960er Jahre wurde der Hausanschluss stillgelegt, zurückgebaut und der Anschlusskasten vor Ort belassen. Man platzierte den Notwasser-Vorratsbehälter einfach unmittelbar vor dem Schaltkasten, so dass diese historische Komponente von dem Wasserbehälter verdeckt wurde.
Aufgrund dieser besonderen Umstände und zur Wahrung des Originalzustandes belassen wir den Anschlusskasten an Ort und Stelle – wo er vermutlich schon im Jahre 1942 platziert wurde.



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Unser aktuelles Titelbild
Unser aktuelles Titelbild auf der Startseite zeigt einen mit Schutzraum-Sitzbänken ausgestatteten Schutzraum im zweiten Obergeschoss des Museumsbunkers Hannover. Diese Ebene sowie das darüberliegende dritte Obergeschoss konnten aufgrund von Wasserschäden wegen einer undichten Dacheindeckung über einen langen Zeitraum nicht genutzt werden. Erst nach einer gründlichen Überprüfung der betroffenen Bereiche konnten wir die Stromversorgung vor kurzem wieder in Betrieb nehmen. Damit sind diese Teile des Bauwerks nach langer Zeit wieder zugänglich und können nun schrittweise weiter saniert werden.

