Vereinsaktivitäten im Februar 2026

Im Februar durften wir im Museumsbunker Hannover eine besondere Besuchergruppe begrüßen: Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Herr Belit Onay, besuchte gemeinsam mit seinem Büroteam, dem Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters, die denkmalgeschützte Zivilschutzanlage, um sich eingehend über die baulichen Strukturen des Zivilschutzes sowie über die ehrenamtliche Arbeit des Trägervereins Vorbei e.V. zu informieren.

Im Rahmen einer ausführlichen Führung wurden sämtliche relevanten Funktionsbereiche der Anlage vorgestellt. Dazu zählten unter anderem die Schutzräume für die Zivilbevölkerung, die technischen Betriebsräume mit Notstromversorgung und Lüftungstechnik sowie die Sanitäts- und Kücheneinrichtung, die im Ernstfall eine mehrtägige autarke Versorgung gewährleisten sollten. Ergänzend dazu wurde aus originalen Handlungsanweisungen, Schriftwechsel mit übergeordneten Behörden sowie zeitgenössischen Dokumenten berichtet, die die organisatorischen und administrativen Abläufe des baulichen Zivilschutzes während des Kalten Krieges nachvollziehbar machen.

Die in den 1960er Jahren im Vorabprogramm des Instandsetzungsprogrammes hergerichtete Zivilschutzanlage ist heute Landesweit als einzigartig einzustufen. In dieser Zeit wurden in der Bundesrepublik Deutschland zahlreiche Mehrzweck- und Schutzanlagen errichtet, um im Spannungs- oder Verteidigungsfall einen begrenzten Schutz der Bevölkerung vor den Auswirkungen moderner Waffen zu ermöglichen. Die im Museumsbunker erhaltenen technischen Einrichtungen und Dokumente veranschaulichen diese Zusammenhänge in authentischer Weise.

Zum Abschluss des Besuchs würdigte der Oberbürgermeister die Arbeit des Vereins mit einem freundlichen und wertschätzenden Eintrag in unserem Gästebuch.

Wir bedanken uns für den Besuch, das gezeigte Interesse an der historischen Zivilschutzarchitektur sowie für die anerkennenden Worte zum ehrenamtlichen Engagement und zum Erhalt dieses bedeutenden zeitgeschichtlichen Bauwerks. Vielen Dank!

In der original ausgestatteten Schleusenanlage informierten sich unsere Gäste über die Abläufe der Einschleusung und Dekontamination.
In der original ausgestatteten Schleusenanlage informierten sich unsere Gäste über die Abläufe der Einschleusung und Dekontamination.
In einem der drei Rettungsräume des Bunkers erhielten unsere Gäste Einblicke in die medizinische Versorgung der Schutzsuchenden im Belegungsfall.
In einem der drei Rettungsräume des Bunkers erhielten unsere Gäste Einblicke in die medizinische Versorgung der Schutzsuchenden im Belegungsfall.
In unserer Ausstellungsschleuse stieß insbesondere die Armbinde mit der Aufschrift „Rathaus-Aufsicht“ auf großes Interesse. Dieses Exponat stammt aus einer Materialbergung aus der Zivilschutzanlage am Ernst-August-Platz, die auch als „Bahnhofsbunker“ bekannt ist.
In unserer Ausstellungsschleuse stieß insbesondere die Armbinde mit der Aufschrift „Rathaus-Aufsicht“ auf großes Interesse. Dieses Exponat stammt aus einer Materialbergung aus der Zivilschutzanlage am Ernst-August-Platz, die auch als „Bahnhofsbunker“ bekannt ist.
Im original erhaltenen Küchenbereich wurde die Organisation der Versorgungsabläufe für die Schutzsuchenden im Belegungsfall erläutert.
Im original erhaltenen Küchenbereich wurde die Organisation der Versorgungsabläufe für die Schutzsuchenden im Belegungsfall erläutert.
Oberbürgermeister Belit Onay beim Eintrag ins Gästebuch des Museumsbunkers Hannover.
Oberbürgermeister Belit Onay beim Eintrag ins Gästebuch des Museumsbunkers Hannover.
Gruppenbild mit Oberbürgermeister Belit Onay: Vordere Reihe (v. l.): Vertreter von Vorbei e. V., Marco Trübel und Lars Knauer sowie Oberbürgermeister Belit Onay. Dahinter das Büroteam aus dem Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters.
Gruppenbild mit Oberbürgermeister Belit Onay: Vordere Reihe (v. l.): Vertreter von Vorbei e. V., Marco Trübel und Lars Knauer sowie Oberbürgermeister Belit Onay. Dahinter das Büroteam aus dem Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters.

 

Im Februar begrüßten wir im Museumsbunker Hannover weiterhin die Seminarteilnehmenden des Pastoralkolleg Niedersachsen/Loccum zu einer fachlich ausgerichteten Exkursion. Die aus Pfarrerinnen und Pfarrern bestehende Besuchergruppe besuchte die denkmalgeschützte Zivilschutzanlage im Rahmen des Seminarthemas „Raumerfahrungen“. Auch hier bedanken wir uns für das große Interesse, dass unserer ehrenamtlichen Vereinsarbeit entgegengebracht wurde.

 

Aufräum- und Sanierungsarbeiten in den beiden Obergeschossen des Museumsbunkers Hannover

Nach dem erfolgreichen Abschluss der umfassenden Dachsanierung im Juni 2025 (siehe Tätigkeitsbericht Juni 2025) begann für uns ein weiteres, langfristig angelegtes Sanierungsvorhaben: die Instandsetzung der beiden Obergeschosse der denkmalgeschützten Zivilschutzanlage aus den 1960er Jahren.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren die oberen beiden Ebenen aufgrund erheblicher Feuchtigkeitsschäden dauerhaft nicht nutzbar. Über Jahre hinweg war Niederschlagswasser durch Undichtigkeiten im Dachaufbau sowie über feine Rissstrukturen in der rund 2,50 Meter starken Stahlbetondecke in das Bauwerk eingedrungen. Die daraus resultierende Durchfeuchtung führte zu Putzabplatzungen und Korrosionserscheinungen an metallischen Einbauten. Aus Sicherheitsgründen wurde daher die Stromversorgung der betroffenen Geschosse vollständig abgeschaltet und die Zugänge an beiden Treppenaufgängen gesperrt.

Um Folgeschäden an der historischen Bausubstanz und an der musealen Ausstattung zu minimieren, stellten unsere Vereinsmitglieder im Obergeschoss zahlreiche Mörtelwannen auf, die regelmäßig entleert wurden, um eindringendes Wasser kontrolliert aufzufangen. Dieses Vorgehen entsprach einer provisorischen, aber auch sachgerechten Maßnahme zur Schadensbegrenzung bis zur grundlegenden baulichen Instandsetzung.

Auch nach Abschluss der Dachsanierung werden weiterhin in regelmäßigen Abständen Sichtkontrollen durchgeführt. Dabei gilt besondere Aufmerksamkeit den zuvor festgestellten feinen Rissen in der massiven Betondecke sowie möglichen Feuchteindikatoren an Wand- und Deckenflächen. Da über einen längeren Beobachtungszeitraum hinweg kein erneuter Wassereintritt festgestellt werden konnte, wurden sämtliche Auffangwannen zurückgebaut und an einem zentralen Sammelplatz im Erdgeschoss eingelagert.

Die im dritten Obergeschoss installierten Auffangwannen zur Ableitung von durch Rissstrukturen eindringendem Wasser wurden demontiert und im Erdgeschoss eingelagert. Zur Beseitigung der hellen Kalkausblühungen ist noch eine Reinigung vorgesehen.
Die im dritten Obergeschoss installierten Auffangwannen zur Ableitung von durch Rissstrukturen eindringendem Wasser wurden demontiert und im Erdgeschoss eingelagert. Zur Beseitigung der hellen Kalkausblühungen ist noch eine Reinigung vorgesehen.
Bevor auf die effektiveren Auffangwannen umgestiegen wurde, kamen Abfalltonnen zum Auffangen des Wassers zum Einsatz. Diese Tonnen werden nun nicht mehr zum Auffangen benötigt und stehen wieder an ihrem ursprünglichen Platz im Erdgeschoss. Auch für diese Tonnen ist noch eine Reinigung vorgesehen, um die Kalkauswaschungen zu entfernen.
Bevor auf die effektiveren Auffangwannen umgestiegen wurde, kamen Abfalltonnen zum Auffangen des Wassers zum Einsatz. Diese Tonnen werden nun nicht mehr zum Auffangen benötigt und stehen wieder an ihrem ursprünglichen Platz im Erdgeschoss. Auch für diese Tonnen ist noch eine Reinigung vorgesehen, um die Kalkauswaschungen zu entfernen.

 

 

Mit dem Beginn der Sanierung der Obergeschosse wird nun ein weiterer wesentlicher Schritt zur langfristigen Sicherung und Wiederherstellung der baulichen Substanz vollzogen. Ziel ist es, die bislang gesperrten Bereiche perspektivisch wieder zugänglich zu machen und sie in das museale Nutzungskonzept zu integrieren.

Im Februar konnte im Rahmen der laufenden Sanierung der Obergeschosse ein wesentlicher Meilenstein erreicht werden.

Zunächst wurden sämtliche Deckenleuchten, die infolge des langjährigen Wassereintritts beschädigt worden waren, fachgerecht außer Betrieb genommen. Teilweise hatten sich durch Korrosion und Materialermüdung Deckenhalterungen gelöst, sodass einzelne Leuchten zu Boden gefallen waren. Um Gefahren auszuschließen und eine ordnungsgemäße Instandsetzung vorzubereiten, wurden alle betroffenen Leuchten an den jeweiligen Verteilerdosen fachgerecht abgeklemmt und demontiert.

Im Anschluss daran erfolgte eine systematische Überprüfung der elektrischen Infrastruktur in den betroffenen Geschossen. Sämtliche Leitungsverteiler wurden geöffnet, auf mögliche Feuchtigkeitsschäden kontrolliert und die Anschlussklemmen auf festen Sitz überprüft. Ergänzend wurden elektrische Messungen durchgeführt. Diese Vorgehensweise entspricht den allgemein anerkannten sicherheitstechnischen Standards im Umgang mit Bestandsanlagen, insbesondere in feuchtebelasteten Bereichen.

Da die Prüfungen keine sicherheitsrelevanten Mängel ergaben, konnte die Stromversorgung der oberen Geschosse schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. Erstmals seit längerer Zeit war es damit möglich, die originale Beleuchtung im zweiten und dritten Obergeschoss wieder einzuschalten!. Diese Maßnahme sorgte für ungewohnte Eindrücke.

Mit der Wiederherstellung der Beleuchtung ist eine wichtige Grundlage für die weiteren Sanierungs- und Reinigungsarbeiten geschaffen worden. Zugleich stellt die Reaktivierung der originalen Lichtanlage einen wichtigen Schritt zur Bewahrung der authentischen technischen Ausstattung der Zivilschutzanlage aus den 1960er Jahren dar.

In diesem Schutzraum mit Sitzplätzen wird deutlich, wie effizient der vorhandene Raum genutzt wurde. Die freie Fläche wurde für eine Sitzbank für jeweils zwei Personen pro Reihe genutzt, während die übrigen Sitzbänke für drei Personen ausgelegt sind.
In diesem Schutzraum mit Sitzplätzen wird deutlich, wie effizient der vorhandene Raum genutzt wurde. Die freie Fläche wurde für eine Sitzbank für jeweils zwei Personen pro Reihe genutzt, während die übrigen Sitzbänke für drei Personen ausgelegt sind.
Ein weiterer, durchgängig mit Sitzbänken ausgestatteter Schutzraum im zweiten Obergeschoss. Die Originalbeleuchtung ist noch vollständig betriebsbereit.
Ein weiterer, durchgängig mit Sitzbänken ausgestatteter Schutzraum im zweiten Obergeschoss. Die Originalbeleuchtung ist noch vollständig betriebsbereit.
Liegeraum im zweiten Obergeschoss; die originale Nachtbeleuchtung ist eingeschaltet und vollständig funktionsfähig.
Liegeraum im zweiten Obergeschoss; die originale Nachtbeleuchtung ist eingeschaltet und vollständig funktionsfähig.
In diesem Liegeraum im dritten Obergeschoss sind noch deutlich die Stalaktiten erkennbar, die sich über viele Jahre infolge von Kalkauswaschungen durch eindringendes Wasser gebildet haben. Nach der erfolgreichen Dachsanierung sind die Eintrittsstellen nun trocken.
In diesem Liegeraum im dritten Obergeschoss sind noch deutlich die Stalaktiten erkennbar, die sich über viele Jahre infolge von Kalkauswaschungen durch eindringendes Wasser gebildet haben. Nach der erfolgreichen Dachsanierung sind die Eintrittsstellen nun trocken.
In diesem Liegeraum wurden die oberen Ebenen der Schutzraumliegen an besonders betroffenen Stellen mit Folie abgedeckt, um sie vor herabtropfendem Wasser aus dem darüberliegenden Obergeschoss zu schützen.
In diesem Liegeraum wurden die oberen Ebenen der Schutzraumliegen an besonders betroffenen Stellen mit Folie abgedeckt, um sie vor herabtropfendem Wasser aus dem darüberliegenden Obergeschoss zu schützen.
Ausstattung einer kleinen Nische im Treppenbereich des zweiten Obergeschosses mit Schutzraum-Sitzbänken und einem Abfallbehälter.
Ausstattung einer kleinen Nische im Treppenbereich des zweiten Obergeschosses mit Schutzraum-Sitzbänken und einem Abfallbehälter.
Hinter einer Sitzbankreihe befindet sich die Wandbeschriftung „2. Obergeschoss“.
Hinter einer Sitzbankreihe befindet sich die Wandbeschriftung „2. Obergeschoss“.
Ein weiterer Liegeraum im zweiten Obergeschoss mit eingeschalteter originaler Nachtbeleuchtung. An den Wänden sind noch Verschmutzungen durch aus dem darüberliegenden dritten Obergeschoss eingedrungenes Wasser sichtbar.
Ein weiterer Liegeraum im zweiten Obergeschoss mit eingeschalteter originaler Nachtbeleuchtung. An den Wänden sind noch Verschmutzungen durch aus dem darüberliegenden dritten Obergeschoss eingedrungenes Wasser sichtbar.
Bedrückende Enge: In diesem Liegeraum im dritten Obergeschoss sind auf einer Fläche von 10,5 m² insgesamt 18 Liegeplätze untergebracht.
Bedrückende Enge: In diesem Liegeraum im dritten Obergeschoss sind auf einer Fläche von 10,5 m² insgesamt 18 Liegeplätze untergebracht.

 

Übrigens, haben wir Dein Interesse geweckt?

Hast du Freude daran, ein Stück Geschichte lebendig zu erhalten?

Unsere Vereinsanlagen – einzigartige, denkmalgeschützte Schutzbauwerke – brauchen Menschen, die sich mit Begeisterung für Pflege, Erhalt und Vermittlung einsetzen.

Ob bei der Instandhaltung unserer Anlagen, bei der Gestaltung von Gästeführungen oder einfach durch dein Mitwirken im Vereinsleben: Bei uns kannst du dich auf vielfältige Weise einbringen. Dabei steht nicht nur die Arbeit im Vordergrund, sondern vor allem ein lockeres, ehrliches und freundschaftliches Miteinander.

Wenn du Lust hast, Teil unseres Teams zu werden und unsere ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen, freuen wir uns über deine Nachricht. Nutze dafür gerne unser Kontaktformular – wir freuen uns, dich kennenzulernen!

 

Unser aktuelles Titelbild

Unser aktuelles Titelbild auf der Startseite zeigt einen Liegeraum im zweiten Obergeschoss des Museumsbunkers Hannover – erstmalig mit eingeschalteter Originalbeleuchtung.