Im Rahmen der Vorbereitungen für anstehende Instandsetzungsarbeiten wurden die technischen Originalunterlagen des Schutzbaues gesichtet. Dabei konnten einige historisch interessante Dokumente ausgewertet werden, die einen unmittelbaren Einblick in den Betrieb, die Wartung und die sicherheitstechnische Betreuung der Anlage während des Kalten Krieges geben.
Besondere Aufmerksamkeit erregte ein auf den 28. Januar 1971 datiertes Schreiben des Sicherheitsbeauftragten des damaligen Amtes für Zivilschutz. Darin werden mehrere Sicherheitsmängel dokumentiert, die bei einer Begehung des ehemals als „öffentlicher Schutzbau Wallensteinstraße“ bezeichneten Bunkers festgestellt worden waren. Der heutige Museumsbunker Hannover war wenige Jahre zuvor im Rahmen des bundesweiten Instandsetzungsprogramms aufwändig zu einer Zivilschutzanlage ausgebaut worden.
Bemerkenswert ist, dass sich das historische Schreiben mit alltäglichen Gefahrenquellen beschäftigt.

Besonders interessant ist dabei die Abwägung zwischen dem tatsächlichen Gefährdungspotenzial und dem Aufwand einer Schutzmaßnahme. So wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass der betreffende Bereich zwischen den Motoren nur von einem begrenzten Personenkreis betreten werde, der dienstlich mit der Anlage beschäftigt ist.


Die abschließende Entscheidung findet sich nur wenige Tage später, am 2. Februar 1971, handschriftlich im selben Dokument. Damit lässt sich anhand der Originalunterlage nicht nur nachvollziehen, welche Mängel seinerzeit festgestellt wurden, sondern auch, wie mit diesen Befunden umgegangen wurde und welche Maßnahmen letztlich vorgesehen waren.

Abschrift:
zu 1. Abdecken wie vorgeschlagen
zu 2. Wegen der gelegentlichen Besichtigungen durch Fremde: Polster
zu 3. Rosten, sofern 65.3 keine Bedenken hat.
zu 4. Wie vorgeschlagen kennzeichnen.
Hinweis: Die Organisationseinheit 65.3 bezeichnete eine Abteilung im damaligen Hochbauamt.
Mit diesen historischen Informationen wurde anschließend die heutige Anlage gezielt auf die seinerzeit beschriebenen Bereiche hin untersucht. Dabei zeigte sich, dass mehrere der im Jahr 1971 diskutierten beziehungsweise beschlossenen Maßnahmen bis heute nachvollziehbar sind. Bereits bekannte Einrichtungen und Vorkehrungen erhalten durch die historische Dokumentation eine neue Bedeutung: Sie werden zu Zeugnissen der damaligen Betriebs- und Sicherheitsorganisation.
Die Originalunterlagen zeigen, dass sich die damalige Instandhaltung nicht allein auf die komplexe Schutz- und Betriebstechnik konzentrierte. Auch Fragen der Arbeitssicherheit, der Verkehrswege und der täglichen Nutzung wurden regelmäßig überprüft und dokumentiert. Gerade in der Verbindung von schriftlicher Überlieferung und heute noch vorhandener baulicher Einrichtungen wird der historische Wert der Anlage besonders deutlich.





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Unser aktuelles Titelbild auf der Startseite zeigt einen Schutzraum im Hochbunker Hagenbleckstraße in der Landeshauptstadt Hannover. Es handelt sich dabei um das einzige von insgesamt vier Schutzbauwerken, dass im Nutzbarmachungsprogramm 1977 im Stadtgebiet hergerichtet wurde und heute noch nahezu im Originalzustand besteht.

