Vereinsaktivitäten im November 2025

Im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Instandsetzungsarbeiten haben wir uns im November mit einer besonderen Erprobung im Museumsbunker Hannover beschäftigt:

Unsere Zielsetzung war es, den Bunker in einem Funktionstest in den Verschlusszustand zu versetzen und mit der Schutzbelüftungsanlage im Überdruckbetrieb zu belüften.

Beim Schutzluft-Überdruckbetrieb wird der Bunker vollständig unter einem geringen Überdruck gesetzt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass kontaminierte Außenluft in den Bunker gelangt. Die „Bedienungsanweisung für LS-Bunker Hannover, „Wallensteinstraße“ weist darauf hin, dass sich der Überdruck in einem Bereich von 5 bis 15 mmWS (Millimeter Wassersäule) bewegen soll. Dies entspricht einem Druck von etwa 0,5 mbar bis 1,5 mbar. Im Dienstraum des Bunkerwartes befindet sich ein Manometer, mit dem der Überdruck kontrolliert werden kann.

Auszug aus der originalen "Bedienungsanleitung für den LS-Bunker Wallensteinstraße": Beschreibung des Manometers (bzw. Raumüberdruck-Messgerätes) im Dienstraum des Bunkerwartes. In der Erläuterung wird auf den Betriebs-Überdruck von 5 bis 15 mmWS (Millimeter Wassersäule) hingewiesen. Dies entspricht etwa 0,5 - 1,5 mbar, Weiterhin werden die beiden Messleitungen erwähnt, die vor den äußeren Schleusentüren enden und zur Ermittlung des Differenzdrucks benötigt werden,
Auszug aus der originalen „Bedienungsanleitung für den LS-Bunker Wallensteinstraße“: Beschreibung des Manometers (bzw. Raumüberdruck-Messgerätes) im Dienstraum des Bunkerwartes. In der Erläuterung wird auf den Betriebs-Überdruck von 5 bis 15 mmWS (Millimeter Wassersäule) hingewiesen. Dies entspricht etwa 0,5 – 1,5 mbar, Weiterhin werden die beiden Messleitungen erwähnt, die vor den äußeren Schleusentüren enden und zur Ermittlung des Differenzdrucks benötigt werden,

 

Die Vorbereitungen für diesen Funktionstest waren sehr umfangreich. Für den Schutzluftbetrieb ist es unbedingt erforderlich, dass die gesamte technische Originalausstattung einwandfrei funktioniert. Zunächst mussten die insgesamt 12 elektrohydraulisch betätigten Schleusendrucktüren zugefahren und verriegelt werden. Auch die schweren, mit Strahlenschutzsteinen gefüllten Schleusentüren zum Filteranbau mussten geschlossen und verriegelt werden.

Eine der insgesamt 12 elektrohydraulisch betätigten Schleusendrucktüren, die für den Funktionstest alle geschlossen und verriegelt werden mussten. In der Türmitte befindet sich die Ventilklappe, über die der im Schutzluftbetrieb generierte Überduck reguliert und nach außen abgeleitet wird.
Eine der insgesamt 12 elektrohydraulisch betätigten Schleusendrucktüren, die für den Funktionstest alle geschlossen und verriegelt werden mussten. In der Türmitte befindet sich die Ventilklappe, über die der im Schutzluftbetrieb generierte Überduck reguliert und nach außen abgeleitet wird.
Auch die schwere, mit Strahlenschutzsteinen gefüllte Schutzraumtür zum Filteranbau musste für die Erprobung geschlossen und verriegelt werden.
Auch die schwere, mit Strahlenschutzsteinen gefüllte Schutzraumtür zum Filteranbau musste für die Erprobung geschlossen und verriegelt werden.

 

Im nächsten Schritt wurde die Kompressorenanlage eingeschaltet, die die Druckluft für die elektropneumatisch betätigten Luftklappen bereitstellt. Da die Schaltvorgänge automatisch mit Hilfe des originalen Schaltwerkes gesteuert werden sollten, wurde im Hauptschaltfeld die Betriebsart „Automatik“ eingestellt. Nach dem Einschalten des Steuer- und des Meldetransformators war die Anlage betriebsbereit – und der Funktionstest konnte beginnen.

Der Funktionstest sollte vom Dienstraum des Bunkerwartes aus gestartet werden. Dort befinden sich im Kontroll- und Meldefeld mehrere Drucktaster, mit denen die verschiedenen Belüftungsprogramme gestartet werden können. Mit einem Tastendruck wurde dann das Programm „Schutzluftbetrieb ohne ABC-Filter“ aktiviert.

Das originale Steuerwerk lief an. Im ersten Schritt wurden die elektropneumatischen Belüftungsklappen entsprechend den Anforderungen betätigt: Die Ventilklappe „4“ hat den Belüftungskanal zwischen dem Grobsandfilter im Filteranbau und dem Schutzluftgebläse geöffnet. Die Wechselklappe „1“ stellte die Verbindung zwischen dem Schutzluftgebläse und den Zulüftern „I“ und „II“ her. Über die geöffnete Abluftklappe „9“ wird die Luft aus dem Innenraum wieder über die Abluftöffnungen am Filteranbau nach außen gefördert.

Anschließend wurde das Schutzluftgebläse eingeschaltet, die beiden Zuluftgebläse „I“ und „II“ über Stern-Dreieck-Anlassschaltungen gestartet und das Abluftgebläse „C“ eingeschaltet. Die Förderleistung des Schutzluftgebläses ist mit 5.200 m3 pro Stunde angegeben. Dem gegenüber fördert das Abluftgebläse „C“ lediglich 1.700 m3 pro Stunde. Da deutlich mehr Luft in den Bunker gefördert wird, als wieder hinaus, entsteht so ein Überdruck im Bunker. Der Druckregulierung erfolgt über mechanische Druckklappen in den Schleusentüren, durch die die Luft über die Schleusen, Schleusenvorräume und Außenabschlüsse wieder nach außen gelangt.

Das Schutzluftgebläse im Filteranbau fördert die Außenluft über den Grobsandfilter und ja nach aktiviertem Belüftungsprogramm zusätzlich durch die nachgelagerten ABC-Raumluftfilter in den Bunker. Die Förderleistung beträgt 5.200m3 pro Stunde.
Das Schutzluftgebläse im Filteranbau fördert die Außenluft über den Grobsandfilter und ja nach aktiviertem Belüftungsprogramm zusätzlich durch die nachgelagerten ABC-Raumluftfilter in den Bunker. Die Förderleistung beträgt 5.200m3 pro Stunde.
In der linken Bildhälfte befindet sich das Zuluftgerät "1". Darin sind die Zuluftgebläse "I" und "II" mit einer Förderleistung von 18.150m3 pro Stunde platziert. Im Schutzluftbetrieb wird dieses Zuluftgerät vom Schutzlüfter mit gefilterter Außenluft versorgt - die dann weiter durch die Lüftungskanäle in die Schutzräume befördert wird.
In der linken Bildhälfte befindet sich das Zuluftgerät „1“. Darin sind die Zuluftgebläse „I“ und „II“ mit einer Förderleistung von 18.150m3 pro Stunde platziert. Im Schutzluftbetrieb wird dieses Zuluftgerät vom Schutzlüfter mit gefilterter Außenluft versorgt – die dann weiter durch die Lüftungskanäle in die Schutzräume befördert wird.
Die drei Abluftgebläse im Abluftkanal setzen sich aus den Ablüftern "A" und "B" mit einer Förderleistung von jeweils 11.500m3 pro Stunde sowie den etwas kleineren Ablüfter "C" mit einer Förderleistung von 1.700m3 pro Stunde zusammen. Im Schutzluftbetrieb wird nur der Ablüfter "C" betrieben. Der Kanal auf der linken Seite schließt unmittelbar an die elektropneumatisch betätigte Abluftklappe an.
Die drei Abluftgebläse im Abluftkanal setzen sich aus den Ablüftern „A“ und „B“ mit einer Förderleistung von jeweils 11.500m3 pro Stunde sowie den etwas kleineren Ablüfter „C“ mit einer Förderleistung von 1.700m3 pro Stunde zusammen. Im Schutzluftbetrieb wird nur der Ablüfter „C“ betrieben. Der Kanal auf der linken Seite schließt unmittelbar an die elektropneumatisch betätigte Abluftklappe an.
Das Kontroll- und Meldefeld im Dienstraum des Bunkerwartes in der Betriebsart "Schutzluft ohne ABC-Filter". Aufgrund der geschlossenen Zuluftklappe "8" (in der oberen Zuleitung) gelangt die Außenluft nur noch über den Grobsandfilter, der geöffneten Luftklappe "4" sowie über das Schutzluftgebläse in den Bunker.
Das Kontroll- und Meldefeld im Dienstraum des Bunkerwartes in der Betriebsart „Schutzluft ohne ABC-Filter“. Aufgrund der geschlossenen Zuluftklappe „8“ (in der oberen Zuleitung) gelangt die Außenluft nur noch über den Grobsandfilter, der geöffneten Luftklappe „4“ sowie über das Schutzluftgebläse in den Bunker.
Darstellung des Luftweges im Lufteintritt: Die Luftklappen "1" und "5" sind geschlossen. Daher wird in diesem Fall keine Außenluft durch die ABC-Raumluftfilter geführt. Stattdessen gelangt die Außenluft über den Grobsandfilter und der geöffneten Luftklappe "4" direkt zum Schutzluftgebläse.
Darstellung des Luftweges im Lufteintritt: Die Luftklappen „1“ und „5“ sind geschlossen. Daher wird in diesem Fall keine Außenluft durch die ABC-Raumluftfilter geführt. Stattdessen gelangt die Außenluft über den Grobsandfilter und der geöffneten Luftklappe „4“ direkt zum Schutzluftgebläse.
Zulüfter "I" und "II" fördern die gefilterte Außenluft und verteilen sie über das Lüftungskanalsystem im gesamten Bunker. Über das Abluftgebläse "C" und die geöffnete Abluftklappe "9" gelangt die Luft wieder nach Außen.
Zulüfter „I“ und „II“ fördern die gefilterte Außenluft und verteilen sie über das Lüftungskanalsystem im gesamten Bunker. Über das Abluftgebläse „C“ und die geöffnete Abluftklappe „9“ gelangt die Luft wieder nach Außen.

 

Tatsächlich baute sich nach der Aktivierung des Belüftungsprogramms „Schutzluftbetrieb ohne ABC-Filter“ nach kurzer Zeit ein Überdruck im Bunker auf, der sich auf 1 mbar (entspricht 10 mmWS) einpendelte – und auf dem Manometer im Dienstraum des Bunkerwartes angezeigt wurde.

Schon nach kurzer Zeit baut sich im gesamten Bunker ein geringer Überdruck von etwa 1 mbar auf, der auf dem Manometer im Bunkerwart-Dienstraum angezeigt wird. Dieser Wert liegt in dem Bereich, der in der Betriebsanleitung als Soll-Wert aufgeführt ist. Unser Fazit: Alle originalen technischen Ausstattungen und Einrichtungen, die im Verschlussfall einen Überdruckbetrieb der Schutzluftanlage ermöglichen, sind auch heute noch funktionsfähig,
Schon nach kurzer Zeit baut sich im gesamten Bunker ein geringer Überdruck von etwa 1 mbar auf, der auf dem Manometer im Bunkerwart-Dienstraum angezeigt wird. Dieser Wert liegt in dem Bereich, der in der Betriebsanleitung als Soll-Wert aufgeführt ist. Unser Fazit: Alle originalen technischen Ausstattungen und Einrichtungen, die im Verschlussfall einen Überdruckbetrieb der Schutzluftanlage ermöglichen, sind auch heute noch funktionsfähig,
Diese Messleitung des Manometers führt vom Dienstraum des Bunkerwartes im ersten Obergeschoss über den Treppenbereich hinab ins Erdgeschoss.
Diese Messleitung des Manometers führt vom Dienstraum des Bunkerwartes im ersten Obergeschoss über den Treppenbereich hinab ins Erdgeschoss.
Detailansicht: Die Messleitung des Manometers führt in einem Bogen über die beiden Hydraulikleitungen und dann weiter durch die druckdichte Wanddurchführung in den Schleusenbereich.
Detailansicht: Die Messleitung des Manometers führt in einem Bogen über die beiden Hydraulikleitungen und dann weiter durch die druckdichte Wanddurchführung in den Schleusenbereich.
Die Messleitung verbindet das Manometer im Dienstraum des Bunkerwarts mit dem Außenbereich. Sie tritt neben der geöffneten äußeren Schleusendrucktür aus der Wanddurchführung aus und endet hinter dem Außenabschluss rechts im Bild.
Die Messleitung verbindet das Manometer im Dienstraum des Bunkerwarts mit dem Außenbereich. Sie tritt neben der geöffneten äußeren Schleusendrucktür aus der Wanddurchführung aus und endet hinter dem Außenabschluss rechts im Bild.
In diesem Schleusenvorraum führt die Messleitung für den Differenzdruck an der linken Wand entlang und endet kurz vor der Türöffnung. Im Hintergrund ist die geöffnete äußere Schleusendrucktür zu erkennen.
In diesem Schleusenvorraum führt die Messleitung für den Differenzdruck an der linken Wand entlang und endet kurz vor der Türöffnung. Im Hintergrund ist die geöffnete äußere Schleusendrucktür zu erkennen.

 

Der erfolgreiche Verlauf dieses Funktionstests zeigt, dass die originalen technischen Einrichtungen des Museumsbunkers auch nach fast 60 Jahren immer noch funktionsfähig sind und selbst bei komplexen Schaltvorgängen reibungslos zusammenwirken. Die kontinuierliche Pflege, Überprüfung und Instandsetzung der technischen Ausstattung unter Wahrung des Originalzustands im Rahmen unserer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Vereinsarbeit trägt entscheidend zum Funktionserhalt der Anlagen bei.

 

Übrigens, haben wir Dein Interesse geweckt?

Hast du Freude daran, ein Stück Geschichte lebendig zu erhalten?

Unsere Vereinsanlagen – einzigartige, denkmalgeschützte Schutzbauwerke – brauchen Menschen, die sich mit Begeisterung für Pflege, Erhalt und Vermittlung einsetzen.

Ob bei der Instandhaltung unserer Anlagen, bei der Gestaltung von Gästeführungen oder einfach durch dein Mitwirken im Vereinsleben: Bei uns kannst du dich auf vielfältige Weise einbringen. Dabei steht nicht nur die Arbeit im Vordergrund, sondern vor allem ein lockeres, ehrliches und freundschaftliches Miteinander.

Wenn du Lust hast, Teil unseres Teams zu werden und unsere ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen, freuen wir uns über deine Nachricht. Nutze dafür gerne unser Kontaktformular – wir freuen uns, dich kennenzulernen!

 

Unser aktuelles Titelbild

Unser aktuelles Titelbild auf der Startseite zeigt das Steuergerät für eine einzelne Schleusenanlage im Museumsbunker Hannover. Mit dem Schalthebel im linken Bereich kann jeweils die innere und die äußere Schleusendrucktür sowie die Dosierschleuse auf- und zugefahren werden. Die Kontrolllampen signalisieren, dass alle Türen der Schleusenanlage geschlossen und verriegelt sind. Das Steuergerät enthält alle technischen Komponenten, die für den Betrieb der elektrohydraulischen Schleusentüren benötigt werden.