Virtuelles GSVBw-Museum: Prototyp-Erprobung – Die Umrüstungsmaßnahmen

GSVBw – Die Grundnetzschalt- und Vermittlungsstellen der Bundeswehr

Prototyp-Erprobung: Automatische Netzersatzanlage in einer GSVBw

Die Umrüstungsmaßnahmen

Die Umrüstungsmaßnahmen gliederten sich wie folgt:

1) Umrüstung des Dieselmotors
2) Umrüstung des Schaltfeldes NEA
3) Umrüstung des Schaltschrankes in der Klimaanlage

 

Umrüstung des Dieselmotors:

Zum Start des Dieselmotors schreibt das Betriebshandbuch des Herstellers MWM unter anderem folgende Punkte vor:

-Vor Inbetriebnahme des Dieselmotors ist eine Vorschmierung durchzuführen
-Die Glühkerzen müssen vorgeglüht werden
-Die Lastaufnahme darf nur bei Betriebstemperatur erfolgen

Die Vorschmierung des Dieselmotors wurde vor dem Start mit einer Handpumpe im Ölkreislauf durchgeführt. Beim umgerüsteten Motor erfolgte die Vorschmierung nun durch eine elektrische Vorschmierpumpe. Die elektrische Vorschmierpumpe wurde unterhalb der Handpumpe am Dieselmotor platziert. Sie lief automatisch alle 9 Stunden für die Dauer von 3 Minuten an, und stellte auf diese Weise einen ununterbrochenen Schmierfilm im Motorgehäuse sicher. Die Handpumpe verblieb weiterhin am Dieselmotor.

Die Temperatur des Dieselmotors wurde durch eine Kühlwasserheizung im primären Kühlwasserkreislauf mittels Thermostatsteuerung ständig auf 40°C gehalten. Die Installation erfolgte auf der Motorenrückseite unterhalb des Zylinderkopfes. Mit Hilfe des Kühlwassers konnte auf diese Weise der gesamte Motorblock erwärmt werden.

Aufgrund des vorgewärmten Motors verringerte sich die erforderliche Vorglühzeit. Zuvor wurden bei kaltem Motor etwa 10 Sekunden Vorglühzeit benötigt. Nach mehreren erfolgreichen Probestarts konnte nun eine Vorglühzeit von 5 Sekunden angesetzt werden.

Die Einstellung der Motordrehzahl musste zuvor mittels einer Rändelschraube an der Einspritzpumpe manuell vorgenommen werden. Im Rahmen der Umrüstung erfolgte die Installation einer automatischen Regeleinrichtung, die den Drehzahlregler an der Einspritzpumpe steuerte. Die Regeleinrichtung stellte nun die Motordrehzahl automatisch und lastabhängig ein. Auch bei Lastschwankungen konnte so eine gleichbleibende Netzfrequenz von 50 Hz sicher gestellt werden.

Umrüstung der handbedienten Schieber für den Kühlwasserkreislauf:

Alle Schieber, die zur Regelung des Kühlwasserkreislaufes von Hand bedient werden mussten, wurden durch automatische Schieber ersetzt. Die Bedienung dieser Schieber erfolgte nun durch die zentrale Steuerung im entsprechend umgerüsteten NEA-Schaltschrank.

 

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Um eine automatische Vorschmierung des Dieselmotors sicher zu stellen, erfolgte der Einbau einer elektrischen Ölpumpe in den Ölkreislauf.
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Detailaufnahme der elektrischen Ölpumpe auf dem Trägerrahmen.
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Automatische Regeleinrichtung zur Steuerung der Motordrehzahl.
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Über einen Steuerhebel bediente die Regeleinrichtung die Drehzahleinstellung an der Einspritzpumpe. Der Handsteuerhebel wurde demontiert.
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Pneumatische Schieber, die über die zentrale Steuerschaltung elektrisch betätigt wurden, gewährleisteten eine bedienerlose Steuerung der Wasserkreisläufe.
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Eine Kompressoranlage und Druckluftflaschen im Raum 20 stellten die Druckluftversorgung der pneumatischen Schieber sicher. Rechts im Vordergrund befindet sich der NEA-Generator.

 

Auszug aus den technischen Mitteilungen der MWM: Anordnung der Kühlwasservorerwärmung am Motorengehäuse. Die Erwärmung erfolgte mit einem elektrischen Heizelement, das mit einer Heizleistung von 2kW oder 4kW zur Verfügung stand.

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