Virtuelles GSVBw-Museum: GSVBw-Fernmeldeverbindungen

GSVBw – Die Grundnetzschalt- und Vermittlungsstellen der Bundeswehr

GSVBw-Fernmeldeverbindungen

Das BwGN setzte sich aus angemieteten Fernmeldeleitungen der DBP zusammen. Die in die GSVBw eingeführten TFFVK (Trägerfrequenzfernverbindungskabel) wurden jedoch nicht ausschließlich für das BwGN genutzt. Auch Verbindungswege des öffentlichen Fernsprechnetzes nutzten die Fernmeldetechnik der DBP in der GSVBw. Zum Betrieb der Leitungen errichtete die DBP in jeder GSVBw eine Verstärkerstelle und eine Telegraphenübertragungsstelle.

Die Bundeswehr und die DBP legten für jede GSVBw im Rahmen einer gemeinsamen Planung die einzuführenden Fernmeldekabel fest. Dabei musste die Möglichkeit, auch Fernmeldeverbindungen über das Richtfunknetz der DBP schalten zu können, berücksichtigt werden. Der Bedarf an Fernmeldeverbindungen wurde von der Bundeswehr vorgegeben. Diese Vorgaben umfassten unter anderem die Anzahl der benötigten Verbindungen sowie Angaben über die entsprechenden Leitungsanfangs- und -endpunkte. Seitens der DBP mussten die Leitungswege bevorzugt werden, deren Trassenführung als gesichert betrachtet werden konnte. Bei diesen Leitungswegen handelte es sich um Trassen, die nicht durch Ballungs- und Industriegebiete sowie über Brücken geführt wurden. Zusätzlich waren redundante Leitungsführungen einzurichten, so dass Grundnetzleitungen zu benachbarten GSVBw bei Bedarf über einen anderen TF-Leitungsweg geschaltet werden können. Der Betrieb der TFFVK-Verbindungsstrecken erforderte den Einsatz von Zwischenverstärkern in den Leitungswegen. Die Fernspeisung dieser Zwischenverstärker erfolgte überwiegend aus der GSVBw und somit aus der unterbrechungsfreien Fernmeldestromversorgungsanlage.

Weitere Fernmeldeverbindungen bestanden zwischen dem Kabelaufführungspunkt (Objekt 3) und dem Fernmeldebetriebsgebäude (Objekt 1). Die Kabellänge zwischen beiden Objekten durfte aus übertragungstechnischen Gründen nicht mehr als 50m betragen. Folgende Fernmeldekabel-Verbindungen mussten zwischen Objekt 3 und Objekt 1 hergestellt werden:

-2 8-paarige TF-Kabel für 4-Draht-TF-Verbindungen
-2 14-paarige TF-Kabel für 2-Draht-TF-Verbindungen
-1 60-paariges NF-Kabel, Cu 0,9mm, für Truppenleitungen

Die 8-paarigen TF-Kabel wurden auf 2 Kabelabschlusskästen mit je 4 Geräteanschlussflanschen für Nato-FF-Kabelstecker geführt. Die beiden 14-paarigen TF-Kabel endeten auf je einen Kabelabschlusskasten mit 7 Geräteanschlussflanschen. Der Abschluss des 60-paarigen NF-Kabels erfolgte auf Kabelanschaltkästen 62 (3 Stück je 20DA).

Zum Betrieb der Sprechstellen und anderen fernmeldetechnischen Einrichtungen im Unterkunftsgebäude (Objekt 2) errichtete die DBP eine Fernmeldekabelverbindung zum Objekt 1. Für diese Verbindung wurde ein 20-paariges Erdkabel, Cu 0,9mm, gefordert. Im Raum 4 des Fernmeldebetriebsgebäudes sollten jedoch möglichst wenige Kabeleinführungen belegt werden, um entsprechende Ausbaureserven zu erhalten. Daher musste die Leitungsführung des 20-paarigen NF-Kabels so gewählt werden, dass es an einer geeigneten Stelle mit dem 60-paarigen NF-Kabel aus dem Objekt 3 zusammen trifft. An dieser Stelle wurden beide Fm-Kabel in einer Erdmuffe auf ein einzelnes 80-paariges NF-Erdkabel geschaltet. Die Einführung der NF-Kabel aus dem Objekt 2 und Objekt 3 konnte so über eine einzige Kabeleinführung in den Raum 4 erfolgen.

Für GSVBw, die als Untertage-Anlage ausgeführt wurden, musste für Objekt 2 eine 60-paarige NF-Kabelverbindung zum Objekt 1 eingerichtet werden. Daher erfolgte die Auslegung des gemeinsamen Einführungskabels in das Objekt 1 als 120-paariges NF-Kabel.

Der Kabelaufteilungsraum (Raum 4) im Fernmeldebetriebsgebäude wurde bauseitig mit 35 stoß- und drucksicheren Spezialarmaturen versehen. Die Einführung der Fm-Kabel erfolgte durch diese Spezialarmaturen, wobei durch jede Kabeleinführung nur ein einzelnes Fm-Kabel eingeführt werden durfte. Die Installation der Fm-Leitungen sowie die Abdichtung der Einführungen wurde von der DBP durchgeführt. Grundsätzlich durften nur Stahlwellmantelkabel mit verstärktem Kunststoffmantel eingeführt werden. Wenn möglich, sollten mehrere niedrigpaarige Fm-Kabel zu einem hochpaarigen Kabel zusammen gefasst werden, um die Anzahl der zu belegenden Kabeleinführungen zu verringern.

Bei GSVBw mit Wetterfernmeldestelle erfolgte die Einführung der Antennenkabel in den Raum 4. Die DBP bestimmte dazu die Kabeleinführungen, die für die Einführung der Antennenkabel verwendet werden konnten. Die druckstoßsichere Einführung des Antennenkabels sowie die erforderlichen Abdichtungsarbeiten mussten durch das ausführende Unternehmen hergestellt werden. Für die benötigten Kabelaufteilungseinrichtungen und Kabelführungsgestelle stand Raum 4 der DBP zur Verfügung.

Im Raum 3 des Fernmeldebetriebsgebäudes wurde von der DBP eine Verstärkerstelle mit TF- und NF-Verstärkereinrichtungen betrieben. Die eingesetzten TF-Geräte mussten so aufgebaut werden, dass bei auftretenden Störungen im Leitungsnetz oder an den TF-Komponenten schnell auf andere TF-Systeme umgeschaltet werden konnte. Zum Einsatz kamen TF-Geräte vom Typ Z 12, V 12, V 120 und V 60.

Für ein Telefongespräch reicht eine Bandbreite von etwa 4 kHz aus, um eine gut verständliche Gesprächsverbindung zu erzielen. Über spezielle Fernmeldekabel besteht jedoch die Möglichkeit, einen viel größeren Bandbreitenbereich zu nutzen. Diese Gegebenheit wurde durch den Einsatz der TF-Technologie ausgenutzt. Beim TF-Gerät V 12 wurden 12 Fernsprechkanäle aufsteigend in hintereinander liegende Frequenzbereiche verschoben. Die auf diese Weise gebildete „Primärgruppe“ (PG) konnte über ein TFFVK (Trägerfrequenzfernverbindungskabel) zu einem entfernten V 12 geschaltet werden, in dem die Frequenzverschiebung rückgängig gemacht wurde, und alle 12 Kanäle der PG wieder in „NF-Lage“ schaltbar vorlagen. Beim System V 12 mussten 2-paarige TFFVK-Verbindungen vorliegen. Das System Z 12 benutzte eine 1-paarige Verbindung. Das TF-Gerät V 60 ermöglichte die Übertragung von 5 PG (60 Kanäle). Die Zusammenfassung von 5 PG ergibt 1 „Sekundärgruppe“ (SG). Mit dem TF-Gerät V 120 konnten 2 SG (120 Kanäle) übertragen werden. Um eine Möglichkeit zu schaffen, aus den TF-Gruppen der verschiedenen Systeme einzelne Kanäle in NF-Lage umzusetzen, erfolgte eine Bereitstellung von Kanalumsetzergruppen.

Die aus dem Objekt 3 eingeführten TF-Verbindungskabel wurden auf die Leitungs- und Gruppenverteiler im Fernmeldebetriebsgebäude aufgeschaltet. Die TF-Leitungen mussten über entsprechende Schaltmöglichkeiten auf die Bw-Grundleitungen ausgeschaltet oder in vorhandene SG der DBP (V 60-Systeme) zusammengeführt werden können. Auch für die VZ 12-Geräte der Bundeswehr wurden diese Aufschaltmöglichkeiten gefordert.

Eingeführte NF-Leitungen wurden über NF-Endsätze geführt und konnten auf TF-Geräte geschaltet werden. Eine Entzerrung und Verstärkung der eingeführten NF-Signalpegel erfolgte durch den Einsatz von NF-Allverstärkern. Zum Aufbau des NF-Verteilers stand der DBP Stellfläche im Raum 2 zur Verfügung.

Für sämtliche Fm-Einrichtungen im Fernmeldebetriebsgebäude musste die Ersatzteilbevorratung so bemessen sein, dass ein Betrieb der Anlagen und Einrichtungen auch im Verschlussfall für 28 Tage sicher gestellt werden konnte. Auch die erforderlichen Ausstattungen für Überwachungs- und Messvorgänge mussten an diese Forderungen angepasst werden.

Die Planung und Dokumentation der Leitungswege erfolgte mit Schaltkarten, in denen der verwendete Übertragungsweg vermerkt wurde. Für die unterschiedlichen Beschaltungsmöglichkeiten standen entsprechende Schaltkarten mit vorgedrucktem Leitungsweg zur Verfügung, in denen die Anschaltpunkte eingetragen wurden. Hier zwei Beispiele:

 

Beispiel 1: Anschaltung über Anschaltkasten AK 62 im Objekt 3. Die Leitung wurde über den Kabelaufteilungsraum (Raum 4) in das Fernmeldebetriebsgebäude eingeführt, und dort über den NFVt und Allverstärker im Raum 13 auf den Schaltverteiler im Raum 2 geschaltet.

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Beispiel 2: Anschaltung einer TF-Leitung über Objekt 3 in den Kabelaufteilungsraum (Raum 4) des Fernmeldebetriebsgebäudes. Dort wurde die Leitung über den TFVt (Trägerfrequenzverteiler) im Raum 13 auf das Trägerfrequenzgerät TF-12 geschaltet. Von dort aus erfolgte die Weiterschaltung auf den SVt im Raum 2.

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NF-Verstärkerkoffer (Allverstärker).
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Trägerfrequenzgerät 12-Kanal.

 

Ausführung der Kabeleinführungen im Raum 4: Die Kabeleinführungen wurden komplett, ohne Berücksichtigung des tatsächlichen Bedarfs, installiert.

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Kabelanschlusskästen für TF-Verbindungen im Objekt 3.
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Anschlusskästen AK62 für NF-Leitungen im Objekt 3.
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Objekt 2: Hauseinführung eines 20-paarigen Fm-Kabels für die Fernmeldeversorgung des Unterkunftsgebäudes.
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Kabeleinführungen und Fm-Kabel im Kabelaufteilungsraum (Raum 4) des Fernmeldebetriebsgebäudes.
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Detail: Verteilerleiste im Raum 13N mit Verbindung zum AK62 im Kabelaufführungspunkt (Objekt 3).

 

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