Virtuelles GSVBw-Museum: Die Fernschreibeinrichtungen

GSVBw – Die Grundnetzschalt- und Vermittlungsstellen der Bundeswehr

Die Fernschreibeinrichtungen

Im Raum 3 des Fernmeldebetriebsgebäudes wurde durch die DBP neben einer Verstärkerstelle auch eine Telegraphenübertragungsstelle (TÜSt) betrieben. Die eingesetzten Wechselstromtelegraphiesysteme konnten wahlweise die Betriebsarten AM 120 Hz und FM 240 Hz unterstützen. Durch den Einsatz von WT-Geräten bestand auch für den Fernschreibbetrieb die Möglichkeit, einzelne Fernmeldeverbindungen mehrfach auszunutzen. Bei den Verbindungen zwischen den GSVBw wurden WT-Geräte bevorzugt, die in der Betriebsart FM 240 Hz eine Fernschreibgeschwindigkeit von 100 Baud ermöglichten. Außerdem bestand so die Möglichkeit, auch Anschaltungen auf die Truppen-WT-Geräte herzustellen. Um einen Übergang zur TÜSt der DBP zu realisieren, wurden WT-Geräte mit der Betriebsart AM 120 Hz verwendet.

In der GSVBw sollten nach Möglichkeit 2 WT-Geräte 24 Kanal / AM 120 Hz, 6 WT-Geräte 12 Kanal / FM 240 Hz sowie 2 WT-Geräte 12 Kanal / FM 240 Hz mit veränderter Frequenzfolge bereitgestellt werden. Für GSVBw mit Wetterfernmeldestelle wurden zusätzlich 4 WT-Geräte 12 Kanal / FM 240 Hz gefordert. Die Verschaltung erfolgte über den Fernschreibverteiler, der neben dem NFVt im Raum 2 platziert wurde. Technische Möglichkeiten zur Umschaltung von Verbindungen zwischen WT-Systemen auf Ersatzleitungswege , z.B. im Störungsfall, mussten vorhanden sein. Auch die kurzfristige Bildung von WT-Systemen mit unterschiedlichen Kanalbreiten sollte durch entsprechende Ausstattungen ermöglicht werden, und bei Bedarf schnell umsetzbar sein.

Die technische Ausstattung der Fernschreibvermittlung im Raum 10 des Fernmeldebetriebsgebäudes wurde von der DBP betriebsbereit aufgebaut. Die Bundeswehr stellte als Eigentümerin die benötigten fernmeldetechnischen Geräte zur Verfügung. Die Grundanforderungen sahen für die technische Ausstattung der Fernschreibvermittlung folgende Komponenten vor:

-Fernschreibsteckervermittlung 20/200 in einer Ausbaustufe für 60 Anschlüsse. Diese umfasste 3 Vermittlungsschränke D 20/200 sowie 3 Leitungsanschlussschränke
-3 Fernschreibmaschinen T 68 als Abfragemaschinen
-5 Fernschreibmaschinen T 100 als Arbeitsmaschinen
-1 Streifenlocher TLoch 17b
-1 Schlüsselgerät HL 502
-1 Mischgerät Mi 544 (Vermischung von Klartext mit einem Chiffrierschlüssel)
-2 Handlocher
-10 Fernschreibmaschinentische

Zwischen dem NFVt im Raum 2 und der Fernschreibvermittlung im Raum 10 erfolgte die Installation von 60 Vierdraht-Verbindungen. Bei einer GSVBw mit Wetterfernmeldestelle mussten zusätzlich 80 Vierdrahtleitungen zwischen Raum 2 (NFVt) und Raum 11W (Wetterfernschreibvermittlung) verlegt werden. Die unterbrechungsfreie Stromversorgung aller Geräte musste durch den Anschluss an die Fernmeldestromversorgungsanlage sicher gestellt werden.

 

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Raum 10: Die Fernschreibvermittlung.
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Tische für Fernschreibmaschinen im Raum 10.

 

Die Fernschreibverbindungen in der Vermittlungsebene (in NF-Lage greifbar): Das Netz erstreckte sich in einer vermaschten Struktur über alle GSVBw. Im Störungsfall, wie z.B. beim Ausfall eines Leitungsweges, standen mehrere Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird hier nur ein Teilbereich dargestellt.

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Verteiler im Raum 10 für die erforderlichen 4-Draht-Verbindungen. Die Leitungen führen in den Verteilerraum (Raum 2).
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Die Fernschreibvermittlung (Raum 10) wurde mit einer Elektro-Unterverteilung ausgestattet.

 

Fernschreib-Abfragemaschine T68, Fernschreib-Handvermittlung D20/200 und Leitungsanschlussschrank. Das Foto stammt aus einem Bw-Lehrbuch zur Fernschreib-Handvermittlung D20/200:

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Anschlussplan für Fernschreib-Handvermittlung D20/200 in der Ausbaustufe für 60 Anschlüsse. In dieser Ausbaustufe erfolgte der Aufbau mit 3 Vermittlungsschränken und 3 Leitungsanschlussschränken:

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