Virtuelles GSVBw-Museum: Brunnen und Pumpen

GSVBw – Die Grundnetzschalt- und Vermittlungsstellen der Bundeswehr

Brunnen und Pumpen

Der Wasserbedarf wurde durch einen objekteigenen Brunnen mit einer geforderten Dauerleistung von 9 – 10 m3/h gedeckt. Die Platzierung des Brunnens erfolgte unter dem Fernmeldebetriebsgebäude. Da sich der Brunnenkopf an einer festgelegten Stelle im Raum 12N (Bei GSVBw Typ A und Typ C) befinden musste, war die Lage des Brunnens ausschlaggebend für die spätere Positionierung des Fernmeldebetriebsgebäudes, das erst nach der Fertigstellung des Brunnens errichtet wurde. Bevor mit den eigentlichen Brunnenbauarbeiten begonnen wurde, erfolgte ein Pumpversuch am zukünftigen Brunnenstandort. Durch die dadurch gewonnenen Erkenntnisse konnten Aussagen über die Wasserergiebigkeit des geplanten Brunnens getroffen werden. Auch wurden aufgrund der Versuchsergebnisse die Vorgehensweisen für den anschließend folgenden Brunnenausbau festgelegt.

Als Bauformen kamen Bohr- oder Schachtbrunnen, je nach örtlicher Gegebenheit, in Frage. Bohrbrunnen wurden mit einem Durchmesser von 650mm -1000mm, in Abhängigkeit von der Bodenbeschaffenheit, angefertigt. Erforderten es die örtlichen Gegebenheiten oder die jeweiligen Grundwassersituationen, erfolgten teilweise sehr aufwändige Baumaßnahmen zur Fertigstellung des Brunnens. Im Wehrbereich III wurde z.B. im Rahmen einer GSVBw-Baumaßnahme zunächst ein 65m tiefer Brunnenschacht erstellt, der in 57m tiefe mit einem 66m und einem 110m langem Stollen parallel zur Erdoberfläche ausgestattet wurde. Die Stollen wiesen eine höhe von 2m auf. Nur auf diese Weise konnte der Brunnen die geforderte Wassermenge liefern.

Vor den Abschlussarbeiten am Brunnen musste ein Dauerpumpversuch über einen Zeitraum von 100 Stunden bei einer Förderleistung von 10m3 je Stunde durchgeführt werden. Dabei erfolgte eine regelmäßige Protokollierung der Wasserspiegelabsenkung und der geförderten Wassermengen. Weiterhin wurden genaue Analysen sowie bakteriologische Untersuchungen des geförderten Wassers während und nach Abschluss des Dauerpumpversuches durchgeführt, um die Eignung des Brunnens für die vorgesehenen Anwendungsbereiche sicher zu stellen.

Für die Wasserförderung im Fernmeldebetriebsgebäude wurden zwei Tauchpumpen im Filterrohr platziert. Die Rohrverbindungen zu den Tiefbrunnenpumpen bestanden aus beschichteten Metallrohren, die miteinander verschraubt wurden. Die Länge der Rohre war so bemessen, das ein „ziehen“ der Brunnenpumpen unter Berücksichtigung der Raumhöhe im Raum 12N ermöglicht werden konnte. Zu diesem Zweck erfolgte die Ausstattung des Brunnenraumes mit einer an der Wand befestigten Handwinde. Das Stahlseil der Winde endete, durch Umlenkrollen
geführt, über dem Brunnenschacht. Es musste jederzeit die Möglichkeit bestehen, jede einzelne Pumpe für Wartungs- oder Austauscharbeiten aus dem Brunnen zu entfernen, ohne dabei die andere Pumpe in ihrer Funktion zu beeinträchtigen.

Am 30.11.1970 fand in der GSVBw 21 ein „Probeziehen“ der Brunnenpumpen statt. An diesem Ortstermin nahmen neben der Herstellerfirma auch Vertreter des WBK II, WBV II, der OFD, der Ortbaudienststelle sowie Vertreter der StOV Hannover und die ersten Maschinenmeister der GSVBw teil. Durch eine falsch dimensionierte Größe der Umlenkrolle bestand keine Möglichkeit, die Schraubverbindung der Brunnenrohre weit genug aus dem Brunnen zu ziehen, um diese über dem Brunnendeckel ausreichend abzufangen. Erst nach einem Austausch der Umlenkrolle und der Befestigungsvorrichtung am Stahlseil konnte diese Fehlersituation beseitigt werden. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde veranlasst, in sämtlichen GSVBw die vorhandenen Umlenkrollen und Befestigungsvorrichtungen umgehend auszutauschen.

Die Motortauchpumpen der GSVBw 21 wurden in einer Tiefe von 80m im Brunnenschacht platziert. Mit den gewonnenen Erfahrungen beim Ziehen der Brunnenrohre konnte ermittelt werden, das ein Zeitaufwand von 4 Tagen erforderlich ist, um eine Pumpe mit der Wandwinde aus dem Brunnen hinauf in den Brunnenraum zu befördern. Aus diesem Grunde erfolgte die Veranlassung, den Brunnenraum der GSVBw 21 mit einer elektrisch betriebenen Motorwinde auszustatten.

Bei einem entsprechend hohen Grundwasserspiegel erfolgte die Platzierung der Brunnenpumpen außerhalb des Brunnens im Raum 12N. Bei dieser Ausführung musste durch die vorausgegangenen Dauerpumpversuche sicher gestellt werden, das sich der Grundwasserspiegel auch bei längerem Pumpenbetrieb nicht wesentlich senkt. Die geodätische Höhe musste sich jederzeit im Rahmen der vorgegebenen Betriebsparameter der eingesetzten Pumpen bewegen.

Eine weitere Besonderheit stellt die Brunnenausführung der GSVBw34 dar. Das Fernmeldebetriebsgebäude dieser GSVBw wurde auf einem Bergwerksschacht errichtet, und bezog seine Wasserversorgung aus dem darunter liegenden Stollensystem.

 

Aufbau eines GSVBw-Schachtbrunnens:

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Aufbau eines GSVBw-Bohrbrunnens:

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Diagramm eines Pumpversuchs. Im Pumpversuch sollte festgestellt werden, ob der vorgesehene Standort für die Errichtung eines GSVBw-Brunnens geeignet ist.

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Brunnenkopf im Raum 12N. Der Brunnen wurde im Rahmen der Betriebsaufgabe mit einer Stahlblechplatte verschweißt. Die Brunnentiefe beträgt 135m.
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Die Werkzeuge links neben dem Schieberkabinett dienen zum „Ziehen“ oder Einbringen der Brunnenrohre.
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Bei der Stilllegung der GSVBw 21 erfolgte die Demontage der Tiefbrunnenpumpen und der Brunnenrohre. Im Batterieraum (Raum 5) wurden die Rohre eingelagert.
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Ausstattung mit einer elektrisch betriebenen Winde aufgrund der Tiefe des GSVBw-Brunnens.
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In dieser GSVBw sind noch beide Brunnenpumpen vorhanden und mit dem Rohrleitungsnetz verbunden.
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Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels und der geringen Absenkung bei der Wasserentnahme erfolgte bei dieser GSVBw die Aufstellung der Pumpen außerhalb des Brunnens. Die Ausstattung umfasst eine Kolben- und eine Kreiselpumpe.
gsvbw 3952 - Virtuelles GSVBw-Museum: Brunnen und Pumpen - Virtuelles GSVBw-Museum, Bunker, Atombunker, Fernmeldebunker, Luftschutzbunker, Zivilschutzanlage, Museumsbunker, Bunkermuseum, GSVBw
Der Brunnenschacht der GSVBw 34 führt in ein darunterliegendes Stollensystem eines ehemaligen Bergwerks. Er wurde mit einer Betonplombe verschlossen.
gsvbw 3293 - Virtuelles GSVBw-Museum: Brunnen und Pumpen - Virtuelles GSVBw-Museum, Bunker, Atombunker, Fernmeldebunker, Luftschutzbunker, Zivilschutzanlage, Museumsbunker, Bunkermuseum, GSVBw
Handwinde zur Montage bzw. Demontage der Brunnenrohre und Tauchpumpen.

 

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