September 2009

Ein guter Monat für den Denkmalschutz! Im September erreichte uns ein Schreiben des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Auf Betreiben des Vorbei e.V. wurde die ehemalige Grundnetzschalt- und Vermittlungsstelle der Bundeswehr Drangstedt/Elmlohe (GSVBw 22), nach § 3 Abs. 3 NDSchG, in das amtliche Verzeichnis der Kulturdenkmale – Baudenkmale aufgenommen. Hintergrund ist die geschichtliche Bedeutung, die dieses Bauwerk schützenswert macht.

Die ersten Arbeiten an der Gebäudesubstanz wurden daraufhin gleich mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt und in Angriff genommen.

Ein großer finanzieller Posten war der Ersatz von 11 zerstörten Tür- und Fensterscheiben. Nach Einholung von Kostenvoranschlägen bekam Firma Gosda aus Bad Bederkesa den Zuschlag und sorgte fachgerecht für Ersatz. Nun kann die feuchte Witterung kommen.

Ein Fahrzeug der Firma Gosda aus Bad Bederkesa trifft mit den benötigten Fensterscheiben in der GSVBw 22 ein.
Ein Fahrzeug der Firma Gosda aus Bad Bederkesa trifft mit den benötigten Fensterscheiben in der GSVBw 22 ein.
Handwerker beim Austausch der defekten Fensterscheiben im Unterkunftsgebäude (Objekt 2). Die Fensteröffnungen wurden zuvor provisorisch mit Holzplatten verschlossen.
Handwerker beim Austausch der defekten Fensterscheiben im Unterkunftsgebäude (Objekt 2). Die Fensteröffnungen wurden zuvor provisorisch mit Holzplatten verschlossen.
Auch die defekte Scheibe in der Eingangstür wurde ersetzt.
Auch die defekte Scheibe in der Eingangstür wurde ersetzt.
Reparierte Fenster im Unterkunftsgebäude.
Reparierte Fenster im Unterkunftsgebäude.
Die Reparatur des großen Doppelfensters im Flur des Unterkunftsgebäudes sorgt für zusätzlichen Lichteinfall.
Die Reparatur des großen Doppelfensters im Flur des Unterkunftsgebäudes sorgt für zusätzlichen Lichteinfall.
Auch in diesem Bereich wurden die Holzplatten in den Fensteröffnungen entfernt und durch Fensterscheiben ersetzt.
Auch in diesem Bereich wurden die Holzplatten in den Fensteröffnungen entfernt und durch Fensterscheiben ersetzt.

 

Vor größere Probleme stellte uns ein etwa 1,5 Tonnen schwerer Betonklotz, der in der Vergangenheit den unberechtigten Zugang zum Bunker verhindern sollte. Ungebetene Besucher hatten diese Barriere trotzdem zur Seite geschafft und so stand der Quader im Weg. Mit Hilfe einer Winde und einigen Baumstämmen konnten wir zumindest eine neue Verwendung für das sperrige Teil finden: Er dient nun als Halterung für ein Parkplatzschild.

Vorbereitungen zum Transport des Betonwürfels.
Vorbereitungen zum Transport des Betonwürfels.
Eine handbetriebene Winde und bereitgelegte Baumstämme ermöglichen den Transport des Würfels.
Eine handbetriebene Winde und bereitgelegte Baumstämme ermöglichen den Transport des Würfels.
Nun dient der Betonwürfel als Halterung für ein Parkplatzschild.
Nun dient der Betonwürfel als Halterung für ein Parkplatzschild.

 

Auch die Reparaturarbeiten an der maroden Elektrik gingen weiter voran. Im Technikraum des Dienstgebäudes wurde der Schaltschrank der Haustechnik repariert. Nach Ersatz des verschwundenen Hauptschalters können wichtige Elektromotoren der Gebäudetechnik wieder angesteuert werden.

Arbeiten an einem Schaltschrank der Haustechnik: Fehlende und defekte Baugruppen mussten ersetzt oder repariert werden.
Arbeiten an einem Schaltschrank der Haustechnik: Fehlende und defekte Baugruppen mussten ersetzt oder repariert werden.
Erfolgreiche Funktionsprüfung verschiedener Steuerungen.
Erfolgreiche Funktionsprüfung verschiedener Steuerungen.

 

Im Außenbereich wurde die Innen- und Außenbeleuchtung der unterirdischen Anschaltstelle (Objekt 3) wieder repariert.

Der Zugang zum Objekt 3 erfolgt über einen schweren Schachtdeckel, der mit einem Schutzdach versehen ist.
Der Zugang zum Objekt 3 erfolgt über einen schweren Schachtdeckel, der mit einem Schutzdach versehen ist.
Reparatur der Außenlampe am Objekt 3.
Reparatur der Außenlampe am Objekt 3.
Die defekte Deckenlampe im Objekt 3 wurde repariert, und die Elektroinstallation überprüft.
Die defekte Deckenlampe im Objekt 3 wurde repariert, und die Elektroinstallation überprüft.
Die Datennetzanbindung wurde mit einem leistungsfähigen Router versehen, der neben vielen Funktionalitäten einen gesicherten und verschlüsselten Vollzugang zum GSVBw-internen LAN bereitstellt. Durch diese Maßnahme wurde unter anderem die Fernüberwachung unseres Objektes deutlich verbessert.
Die Datennetzanbindung wurde mit einem leistungsfähigen Router versehen, der neben vielen Funktionalitäten einen gesicherten und verschlüsselten Vollzugang zum GSVBw-internen LAN bereitstellt. Durch diese Maßnahme wurde unter anderem die Fernüberwachung unseres Objektes deutlich verbessert.

 

Für den bevorstehenden Probelauf des Dieselgenerators im Raum 20 des Fernmeldegebäudes inspizierten wir den Abgasweg der unterirdischen Auspuffleitung. Aus dem Bunker kommend wurden die Abgase in eine etwa 3 m² große Schallgrube geleitet. Nach der dort erfolgten Schalldämpfung traten die Abgase erst 10 Meter weiter an die Oberfläche. Die Inspektionsöffnungen der Schallgrube waren mit dünnen Blechen verschlossen, die im Fall einer Verschüttung der Auspuffleitung, durch den Abgasdruck aufreißen sollten, um die Funktionsfähigkeit weiter zu gewährleisten. Die Grube war in einem guten Zustand. Leider hatten die Deckelbleche durch Korrosion ziemlich gelitten.

Öffnen der Schallgrube auf dem GSVBw-Gelände.
Öffnen der Schallgrube auf dem GSVBw-Gelände.
Eine Blechabdeckung dient im Abgasweg als Sollbruchstelle. Das Material ist durch Korrosion zerstört und muss ersetzt werden.
Eine Blechabdeckung dient im Abgasweg als Sollbruchstelle. Das Material ist durch Korrosion zerstört und muss ersetzt werden.
Einblick in die Schallgrube.
Einblick in die Schallgrube.
Abgänge und Vertiefungen werden regelmäßig kontrolliert. Immer wieder geraten Tiere in diese Bereiche, und können sie dann mit eigener Kraft nicht mehr verlassen. Die Tiere, z.B. hier eine Erdkröte, werden eingesammelt, und im Außengelände wieder ausgesetzt.
Abgänge und Vertiefungen werden regelmäßig kontrolliert. Immer wieder geraten Tiere in diese Bereiche, und können sie dann mit eigener Kraft nicht mehr verlassen. Die Tiere, z.B. hier eine Erdkröte, werden eingesammelt, und im Außengelände wieder ausgesetzt.

 

Um die anstehende Maisernte an der Südseite unseres Grundstücks nicht zu behindern, waren umfangreiche Grünschnittarbeiten erforderlich. Sträucher und Äste ragten durch jahrelangen Wildwuchs bereits einige Meter über den Zaun, auf das angrenzende Feld. An einem Tag konnte der 100 Meter lange Zaun freigelegt werden.

Freigelegter Zaun des GSVBw-Geländes.
Freigelegter Zaun des GSVBw-Geländes.
Äste und Sträucher, die durch den Zaun in das benachbarte Feld ragten, wurden entfernt.
Äste und Sträucher, die durch den Zaun in das benachbarte Feld ragten, wurden entfernt.

 

Über eine großzügige Materialspende haben wir uns besonders gefreut. Martin Benson, Betreiber der Internetseite http://www.fernmeldeamt.de war über unsere Internetpräsentation aufmerksam geworden und bot uns umfangreiches Fernmeldegerät der Bundeswehr an. Dabei handelt es sich überwiegend um die technische Ausstattung des Raum 13N im Fernmeldebetriebsgebäude. Ganz besonders hervorzuheben sind hier zwei komplette 12-Kanal-Trägerfrequenzgeräte vom Typ VZ-12. Diese Geräte wurden benötigt, um mittels Frequenzverschiebung auf einer einzelnen Verbindung, der Primärgruppe (PG), bis zu 12 Fernsprechverbindungen in NF-Lage über spezielle Trägerfrequenzfernververbindungskabel (TFFVK) zu übertragen. Erforderliche Anschlusskabel, sowie Meß- und Prüfgeräte, bestehend aus Pegelsender und -empfänger, sind ebenfalls vorhanden. Neben vielen anderen Baugruppen sind auch Verstärkerbaugruppen (Allverstärker) und Ersatzteilkoffer in der Materialspende enthalten.

Bei den bisher durch den Vorbei e.V. besuchten GSVBw wurde die technische Ausstattung des Raum 13N mit der Schließung der Dienststelle meist vollständig entfernt. Diese Materialspende ist daher besonders wertvoll.

Wir möchten uns hiermit noch einmal bei Martin Benson für die Geräte und den netten Nachmittag bedanken!

Zwei VZ-12-Trägerfrequenzgeräte im Transportkoffer.
Zwei VZ-12-Trägerfrequenzgeräte im Transportkoffer.
Weiteres Zubehör zum VZ-12.
Weiteres Zubehör zum VZ-12.
Fm-Anschaltkasten und weiteres Fernmeldegerät.
Fm-Anschaltkasten und weiteres Fernmeldegerät.
Ein Fm-Anschaltkasten und ein Hygrometer.
Ein Fm-Anschaltkasten und ein Hygrometer.
Fm-Gerät und Verbindungskabel.
Fm-Gerät und Verbindungskabel.
Zubehörkoffer für das TF-Gerät 12-Kanal VZ-12.
Zubehörkoffer für das TF-Gerät 12-Kanal VZ-12.
Ein Meß- und Prüfapparat “Kleiner Prüfschrank 48V/60V”.
Ein Meß- und Prüfapparat “Kleiner Prüfschrank 48V/60V”.
Pegelsender und -empfänger.
Pegelsender und -empfänger.
Ein Verstärkerkoffer.
Ein Verstärkerkoffer.
Verstärkerkoffer mit Prüfeinrichtung.
Verstärkerkoffer mit Prüfeinrichtung.
Ein VZ-12 im eingeschalteten Zustand.
Ein VZ-12 im eingeschalteten Zustand.