Januar 2012

Der Vorbei e.V. feiert seinen 5-jährigen Geburtstag !

Wir feiern unser 5-jähriges Jubiläum, und blicken aufgrund dieses freudigen Ereignisses auf eine bewegte Vereinsgeschichte zurück. Diese Geschichte wird durch Erfolge und auch durch Rückschläge geprägt; ungeachtet dessen steht die Marschrichtung unverändert fest: Es geht konsequent vorwärts. Eine Rückblende: Am 20.01.2007 trafen sich die Gründungsmitglieder in der Region Hannover, um den Vorbei e.V. ins Leben zu rufen. Nachdem die folgenden Monate zunächst durch Behördengänge bestimmt wurden, starteten wir noch im gleichen Jahr als gemeinnützig anerkannter und eingetragener Verein mit einem großen Projekt: Die GSVBw 21 Lüdersen wurde uns von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) durch einen Überlassungsvertrag unbefristet zur Verfügung gestellt. Mit dem Ziel, in dieser Liegenschaft ein Museum zu errichten, wurden die noch vorhandenen Einrichtungen, wie auch die Gebäude und Außenanlagen, von unseren Mitgliedern in vielen Arbeitsstunden restauriert. Das Gesamterscheinungsbild der Anlage wurde annähernd in den Originalzustand versetzt. Seitdem bilden die ehemaligen Grundnetzschalt- und Vermittlungsstellen der Bundeswehr (GSVBw) einen Schwerpunkt unserer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Vereinsarbeit.

Durch den Verkauf der GSVBw 21 an einen gewerblichen Interessenten, der in der Liegenschaft die Ansiedlung von IT-Infrastruktur und entsprechenden Arbeitsplätzen plante, stand unserem Verein die Anlage leider nicht mehr zur Verfügung. Wir haben der GSVBw 21 ein “virtuelles Museum” gewidmet, dass über unsere Internetpräsenz oder direkt unter www.gsvbw21.de kostenlos und jederzeit besucht werden kann.

Die Vereinsarbeit beinhaltete auch die Unterstützung privater GSVBw-Eigentümer. Die Klärung technischer oder organisatorischer Fragen, oder der praktische Einsatz vor Ort, z.B. zur Inbetriebnahme des Dieselmaschinensatzes, der Belüftungsanlage oder weiterer technischer GSVBw-Einrichtungen, ergänzte unsere ehrenamtliche und gemeinnützige Vereinsarbeit.

Eine weitere GSVBw wurde von unserem Verein für einige Monate von Privat angemietet. Auch dort konnten wir einen Großteil der technischen Einrichtungen wieder in Betrieb nehmen, und Erfahrungen mit einer anderen Herstellerausstattung sammeln. Doch auch an diesem Objekt währte die Freude nicht lange: Die gesamte Liegenschaft wurde verkauft.

Im Laufe der Zeit besuchten wir viele GSVBw im gesamten Bundesgebiet, und konnten dadurch viele persönliche Kontakte knüpfen, sowie ein großes und umfangreiches Archiv mit Plänen, Unterlagen, Betriebsanleitungen und Schriftverkehren aufbauen. Auch unsere Internetpräsentation sowie unser virtuelles Museum wurde seit dem fortlaufend ergänzt. Im Februar 2009 konnte unser Verein nach Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben die Grundnetzschalt- und Vermittlungsstelle 22 in Elmlohe / Bad Bederkesa erwerben. Auf unserem Antrag hin wurde die GSVBw 22 im September 2009 als Gruppe baulicher Anlagen (nach § 3 Abs. 3 NDSchG) in das Verzeichnis der Kulturdenkmale (Baudenkmale) aufgenommen. Mit den gewonnenen Erfahrungen soll nun dort unser geplantes Museumsprojekt umgesetzt werden.

Aber auch viele Objekte und Liegenschaften, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit der GSVBw-Thematik stehen, bilden einen festen Bestandteil unseres Betätigungsfeldes. Sie wurden von unseren Mitgliedern besucht und dokumentiert. Dazu gehören unter anderem Zivilschutzanlagen, Industriebrachen, Anwesen sowie Liegenschaften aus militärischer oder behördlicher Nutzung. Schnell wird deutlich, dass auf unsere Vereinsarbeit noch viele interessante Aufgaben und Herausforderungen warten, denen wir uns gerne stellen werden. Einige neue Projekte stehen bereits in den Startlöchern….

 

Nun aber zu unserem Tätigkeitsbericht Januar 2012:

Die starke Frostbildung im Januar sorgt für die erste Bewährungsprobe unserer Gebäudebeheizung (siehe Tätigkeitsbericht Dezember 2011). Das Gebäudeklima im Unterkunftsgebäude ist weiterhin stabil und frostfrei. Ein richtiger Schritt für den dauerhaften Erhalt der denkmalgeschützten GSVBw 22.

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Frost auf dem Dach des Unterkunftsgebäudes (Objekt 2) sowie auf den Grünflächen zeugen von starken Minusgraden in der GSVBw 22.
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In Betrieb: Die Wärmetauscheranlage wird durch eine benachbarte Biogasanlage gespeist, und sorgt in der GSVBw 22 für ein dauerhaft stabiles Gebäudeklima.

 

Starke Stürme hinterließen auch am GSVBw-Gelände ihre Spuren: Ein Nadelbaum im angrenzenden Waldstück wurde entwurzelt und stürzte in Richtung GSVBw um. Dabei blockierte er einen Wirtschaftsweg vollständig, und streifte die Umzäunung (Objekt 8) knapp. Schäden an der Zaunanlage, die als Bestandteil der GSVBw-Gesamtanlage unter Denkmalschutz steht, sind dabei nicht entstanden.

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Im benachbarten Waldstück stürzte ein Nadelbaum aufgrund starker Sturmeinwirkung um, und blockiert einen Wirtschaftsweg.
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Das freigelegte Wurzelwerk des umgestürzten Baumes.
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Knapp: Die Baumkrone streift die Umzäunung des GSVBw-Geländes, jedoch ohne sie dabei zu beschädigen.

 

Im Fernmeldebetriebsgebäude (Objekt 1) wurde weiter an der Vervollständigung und Restauration der Einrichtungen gearbeitet. Im Raum 42 (Vorraum Kraftstoffvorrat) erfolgte der Wiederaufbau der fehlenden Se-Ausstattung. Aufwändiger gestaltete sich die Reparatur des Abluftgebläses im Batterieraum (Raum 5): Die als Rohrgebläse ausgeführte Lüftereinheit musste zunächst vollständig aus dem Abluftkanal demontiert werden. Die Fehlerursache lag in losen Rostansammlungen zwischen Lüfterschaufeln und Abluftkanal, die das Gebläse blockierten. Nach einer gründlichen Entrostung und Reinigung funktioniert das Rohrgebläse nun wieder. Die anschließende Montage an der ursprünglichen Position im Abluftkanal stellte sich aufgrund des hohen Lüftergewichtes und mechanischen Spannungen in den Rohrbauteilen besonderes schwierig dar. Nach dem Abschluss dieser Arbeiten befindet sich die Abluftanlage im Batterieraum nun wieder im funktionsfähigen Originalzustand.

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Vervollständigte Se-Ausstattung im Raum 42 (Vorraum Kraftstoffvorrat).
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Blick in den Vorraum der Maschinenräume (Raum 45) und dahinterliegenden Flur mit Ruhemöglichkeit (Raum 44).
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Se-Ausstattung im Vorraum der Maschinenräume (Raum 45).
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Demontage des Rohrgebläses im Batterieraum (Raum 5).
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Rostablagerungen im Abluftkanal blockierten die Lüfterschaufeln des Rohrgebläses.
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Blick in den Abluftkanal: Die Schließplatte eines Schiebers hat sich gelöst und liegt lose im Kanal.
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Instandsetzung des demontierten Rohrgebläses.

 

Im Januar bekamen wir die Gelegenheit, den ehemaligen Luftschutzbunker an der Lönsstraße in Hannover zu dokumentieren. Durch den Wegfall der Zivilschutzbindung wird dieses Bauwerk nicht mehr benötigt. Es folgte die Veräußerung durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

In den Außenabmessungen weist das Schutzbauwerk eine Länge von 51,45 m und eine Breite von 19,10 m (ohne Berücksichtigung der Zugangsbauwerke auf jeder Bauwerksseite, Breite je 3,30 m) auf. Die Außenwandstärke beträgt 2,50 m. Ein Treppenhausanbau an der Längstseite des Bauwerkes wurde im Krieg zerstört, und nicht wieder aufgebaut. An dieser Stelle sind die durch einen Betonüberbau geschützten Belüftungsöffnungen sichtbar. Im Erdgeschoss führen vier Eingänge (zwei an jeder Stirnseite) in die Zugangsschleusen. An jeder Stirnseite kann über einen Treppenbereich das Untergeschoss sowie das erste und zweite Obergeschoss erreicht werden.

Ende der 1980er-Jahre wurde das Bauwerk im Rahmen der Zivilschutzbindung umgebaut, um es als Zivilschutzanlage nutzbar zu machen. Eine zentrale Belüftungsanlage im Untergeschoss, bestehend aus 4 kombinierten Normal- und Schutzlüftungsgeräten vom Typ L15, stellte die Luftversorgung im Bauwerk sicher. Weiterhin wurden im Keller große Raumbereiche für den Einbau eines Sandfilters zusammengefasst. Im Schutzluftbetrieb durchströmte die Außenluft zunächst die Sandfilterschicht, und wurde dann über ein Sandfilterrost am Boden der Filterkammer zu den Lüftungsgeräten geführt. In diesem Zuge erfolgte auch die Erneuerung der Elektro- und Sanitärinstallationen. Eine Netzersatzanlage, eine Notwasserversorgung sowie eine Se-Ausstattung fehlt in der Zivilschutzanlage. Für den Belegungsfall wurde die Nutzung dieser Anlage in “Für kurze Aufenthaltsdauer bis ca. 10 Stunden” eingestuft.

Das Unternehmen HOCHTIEF Solutions AG hat das Objekt erworben, um das Grundstück, auf dem sich die nicht mehr benötigte Zivilschutzanlage befindet, für eine Wohnbebauung zu nutzen. Die aufwändigen Abrissarbeiten werden zur Zeit vorbereitet.

Wir bedanken uns herzlich bei der HOCHTIEF Solutions AG für die freundliche Unterstützung unserer gemeinnützigen Vereinsarbeit.

image 2012 01 29 - Januar 2012 - Virtuelles GSVBw-Museum, Bunker, Atombunker, Fernmeldebunker, Luftschutzbunker, Zivilschutzanlage, Museumsbunker, Bunkermuseum, GSVBw
Außenansicht der ehemaligen Zivilschutzanlage Lönsstraße.
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Ein Zugangsbauwerk an der Längstseite der Anlage.
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Der Treppenhausanbau an dieser Stelle wurde im Kriegsgeschehen zerstört. Die durch einen Betonüberbau geschützten Belüftungsöffnungen sind deutlich erkennbar.
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Die Stirnseite des Schutzbaues mit den seitlich platzierten Zugangsbauwerken.
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Im Zugangsbauwerk: Der Zutritt erfolgt durch die Tür im linken Bildbereich. Im rechten Bildbereich befindet sich die äußere Schleusentür.
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Die äußere Schleusentür im Zugangsbereich.
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Im Schleusenbereich führt der Durchgang durch die inneren Schleusentüren in das Schutzbauwerk. Im hinteren Bildbereich befindet sich die äußere Schleusentür des gegenüberliegenden Zuganges.
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An jeder der beiden Stirnseiten befindet sich eine Treppenanlage, über die alle Ebenen des Schutzbaues erreicht werden können.
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Die zentrale Belüftungsanlage im Untergeschoss ist mit 4 kombinierten Normal- und Schutzlüftungsgeräten vom Typ LR15 ausgestattet. Der Antrieb erfolgt über einen Elektromotor oder manuell mit max. zwei Handkurbeln.
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Zuluftkammer mit Ansaugrohr für den Normalluftbetrieb. Am Rohrende über dem Boden befindet sich ein Grobstaub-Filterelement der Klasse B2 / EU3.
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Über die beiden Kernbohrungen erfolgt der Lufteintritt in die Zuluftkammer. Die linke Öffnung führt in den Sandfilter.
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Der Sandfilter im Untergeschoss: Die Außenluft durchströmt die Sandschicht, und wird über ein Sandfilterrost am Boden der Filterkammer zu den Belüftungsgeräten geführt. Nach vorliegenden Grundrissplänen beträgt die Oberfläche des Filters 150m2.
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Die Formsteine dienen zum strahlungsdichten Verschluss der Sandfilter-Zugangsöffnung.
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Der Treppenbereich im Untergeschoss.
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Die Schutzräume zwischen den Treppenbereichen sind parallel angeordnet. Sie weisen keine weitere Unterteilung auf. Im Mittelbereich befinden sich die sanitären Einrichtungen.
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Waschbecken-Anlage im Schutzbau.
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WC-Anlage: Die Trennwände bestehen aus Rohrrahmen, in die ein Vorhangstoff eingespannt wurde.
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Die einzelnen WC-Kabinen werden durch Vorhänge verschlossen.

 

Eine GSVBw, die über besondere technische Ausstattungsmerkmale verfügte, ist leider Ziel einer Brandstiftung geworden. In dem Objekt entstand ein erheblicher Sachschaden, der nur noch durch aufwändige und kostenintensive Sanierungsmaßnahmen beseitigt werden kann. Wir bedauern sehr, dass die Einrichtung in dieser Liegenschaft durch leichtsinniges und unüberlegtes Handeln unwiederbringlich zerstört wurde.

Der Vorbei e.V. hat das Objekt in Abstimmung mit dem Eigentümer verschlossen, um weitere Beschädigungen zu verhindern.

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Die Zugangstür zur Fernsprechvermittlung (Raum 1) und die umliegenden Wand- und Deckenbereiche wurden durch die Hitzeeinwirkung schwerwiegend beschädigt.
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Erhebliche Brandschäden in der ehemaligen Fernsprechvermittlung (Raum 1) des Fernmeldebetriebsgebäudes.
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Die Schallschutzverkleidungen aus Leichtmetallprofilen an der Raumdecke und den Seitenwänden sind durch die enorme Hitzeeinwirkung geschmolzen.
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Schäden durch Brandeinwirkung und Brandrückständen im Raum 44 (Flur mit Ruhemöglichkeiten).