Dezember 2011

Bevor wir über unsere Vereinstätigkeiten berichten, möchten wir diese Gelegenheit nutzen, und allen Leserinnen und Lesern ein frohes, glückliches und gesundes neues Jahr wünschen ! Vielen Dank für das Interesse an unserer ehrenamtlichen und gemeinnützigen Vereinsarbeit im vergangenem Jahr. Auch im neuen Jahr werden wir regelmäßig über unsere Tätigkeiten berichten, und den Dokumentationsbereich in unserer Internetpräsentation weiter ausbauen. Nun aber zu unserem Tätigkeitsbericht:

Im Dezember 2011 haben wir in unserer Vereinsanlage mit der Umsetzung eines Projektes begonnen, mit dem wir uns bereits seit 22 Monaten beschäftigen.

Annähernd 15 Jahre wirken witterungsbedingte Belastungen, wie zum Beispiel Temperaturschwankungen, Regenfälle und Frost, auf die leerstehenden Bauwerke der GSVBw 22 ein. Hauptsächlich im Unterkunftsgebäude (Objekt 2) bildeten sich aufgrund des Keller- und Dachgeschosses im Zusammenspiel mit den zerstörten Verglasungen unterschiedliche Klimabedingungen, die in Teilbereichen des Gebäudes zu hoher Luftfeuchtigkeit, Kondenswasser sowie Feuchtigkeitsansammlungen im Mauerwerk führten. Wir haben daher bereits im September 2009 einen regionalen Fachbetrieb damit beauftragt, die zerstörten Fenster- und Türverglasungen im Objekt 2 zu ersetzen. (Siehe Tätigkeitsbericht September 2009)

Um jedoch einen dauerhaften Erhalt der denkmalgeschützten Gebäudesubstanz sicher zu stellen, ist die Schaffung eines durchgängigen und frostfreien Gebäudeklimas durch eine ständige Beheizung erforderlich. Die Nutzung der vorhandenen und großzügig dimensionierten Heizungsanlage wurde aus wirtschaftlichen und technischen Gründen nicht in Betracht gezogen. Zudem ist die Funktionsfähigkeit der Anlage unklar, und sie müsste nach der beachtlichen Stillstandsphase vollständig überholt und repariert oder sogar ersetzt werden. Weiterhin könnten unkalkulierbare Folgekosten durch die gesetzlich verankerte Überwachungspflicht von Heizungs- und Abgasanlage entstehen, die wir auf jeden Fall vermeiden wollen.

Bereits seit März 2010 liegt uns das Angebot eines Biogas-Anlagenbetreibers über die ganzjährige Nutzung der anfallenden Abwärme zur Gebäudebeheizung vor. Vor der Realisierung mussten jedoch noch einige Vorarbeiten geleistet werden. Als wichtigste Grundvoraussetzung in diesem Projekt benötigten wir zunächst die Zustimmung der zuständigen Denkmalschutzbehörde. Nach der Darstellung unseres Vorhabens erhielten wir diese Genehmigung im Juni 2011. Nun konnten wir mit der gezielten Planung und der handwerklichen Umsetzung beginnen. In diesem Monat haben wir mit dem Betreiber der Biogasanlage einen Wärmeliefervertrag abgeschlossen.

Für den Heizbetrieb soll die vorhandene und originale Heizkörperinstallation verwendet werden. Da Teilstücke dieser Installation während des Leerstandes demontiert oder durch Frost zerstört wurden, haben wir bereits im Vorfeld mit der Überprüfung und Instandsetzung begonnen. Weiterhin installierten wir eine Vor- und Rücklaufleitung für den Wärmetransport zwischen dem Standort des Wärmeübergabepunktes und der vorhandenen Heizungsanlage, und stellten dort eine Verbindung zum Heizkreislauf her.

Als Wärmetransportmittel wird Wasser eingesetzt. Für die Einspeisung musste eine spezielle Fernwärmeleitung zur etwa 650 Meter entfernten Biogasanlage im Tiefbau verlegt werden. Da die Trasse über landwirtschaftlich genutzte Flächen verläuft, stand für diese Arbeiten nur ein enges Zeitfenster zwischen erfolgter Ernte und neuer Aussaat zur Verfügung. Die Fernwärmeleitung endet im Keller des Unterkunftsgebäudes an einem Wärmetauscher, der die Wärmekopplung zum GSVBw-Heizkreislauf herstellt.

Bis zur Inbetriebnahme mussten noch einige kleine Baustellen beseitigt werden. Am Monatsende konnte dann der Heizbetrieb in der GSVBw 22 nach fast 15 Jahren Unterbrechung wieder aufgenommen werden. Wir sind uns sicher, mit dieser Maßnahme einen wichtigen und entscheidenden Schritt zum beständigen Erhalt unserer denkmalgeschützten Vereinsanlage vollzogen zu haben.

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Die notwendigen Tiefbauarbeiten für die Fernwärmetrasse beginnen. Zuvor musste ein Zaunelement geöffnet werden, um dem Bagger die Zufahrt zu ermöglichen.
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Die Erdarbeiten werden auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen außerhalb des GSVBw-Geländes fortgesetzt.
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Die Fernwärmetrasse verläuft gradlinig über die Ackerflächen zur etwa 650 Meter entfernten Biogasanlage.
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Einbringen einer Kernbohrung im Kellerbereich des Unterkunftsgebäudes für die Einführung der Fernwärmeleitung.
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Blick durch die Kernbohrung in die Leitungstrasse.
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Eine spezielle Fernwärmeleitung sorgt für den Wärmetransport zum GSVBw-Gelände.
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Das Leitungsende im Keller des Unterkunftsgebäudes.
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Ein Fachbetrieb installiert die Fernwärmetrasse zwischen Biogasanlage und GSVBw 22.
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Zum Anschluss des Wärmeübergabepunktes wurde die Fernwärmeleitung mit einem Leitungsabschluss versehen.
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Der betriebsbereite Wärmeübergabepunkt: In der linken oberen Bildecke befinden sich die neu installierten Verbindungsleitungen zum vorhandenen Heizkreislauf des Gebäudes.

 

Auch unsere Internetpräsentation haben wir im Dezember erweitert. Neu hinzu gekommen ist eine Dokumentation der GSVBw 27 Lingen /Ems. Diese GSVBw weist einige besondere Merkmale auf. Unter anderem wurde in der GSVBw 27 der Prototyp einer elektrohydraulischen Schleusentürbetätigung erprobt. Nach der Betriebsaufgabe diente das Kernstück der Anlage, das Fernmeldebetriebsgebäude, als Zivilschutzanlage mit 490 Schutzplätzen. Der Projektbericht kann in unserer Mediathek oder direkt über die Grafik aufgerufen werden.

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Dokumentation der GSVBw 27 Lingen /Ems